Ein erwachsener Hund, der in einer Familie lebt, beherrscht zwischen 20 und 100 Wörter. (Hunde werden nicht erwachsen, aber das trifft auch auf die Hälfte der Menschheit zu, gemeint ist ein Hund ab dem 5. Lebensjahr). Eine Studie aus Ungarn, die im Januar 2026 in Science (Dogs with a large vocabulary of object labels learn ..., https://www.science.org/doi/10.1126/science.adq5474) veröffentlicht wurde, fand das heraus. Die Erkenntnisse des Forschungsteams der Eötvös-Loránd-Universität werden in GEO vorgestellt: https://www.geo.de/natur/tierwelt/schlaue-hunde-lernen-woerter-durch-mithoeren-37032842.html
Ich habe daraufhin mal eine Liste erstellt, was unser Hund so alles versteht - Ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
- Sitz, Platz, Bleib, Steh auf oder Bei Fuß ist ja klar, sind die fünf Basics.
- Wichtig sind auch "füttern" oder "Hunger" und "Durst".
- Und das Gegenteil: "mußt du ma raus?", "geh ma pinkeln / kacken*"
- Geh ma auf die Terrasse: Hundeklo
- "Füße": nach dem Spaziergang Füße abputzen oder bei der Gymnastik aufs Wabbelkissen steigen, zu ersterem gehört auch noch "Bäuchlein" zum Dreckabrubbeln. Im Gegensatz dazu heißt "Füßchen": zum Auswickeln aus der verhedderten Langleine das entsprechende Bein hochheben
- Geh ma auf die Couch, oder "leg dich hin": jetzt ist Ruhe angesagt
- Bevor der Spaziergang geplant wird, ist von menschlicher Seite strikt aufs Buchstabieren zu achten. Das kann ein Hund nicht so leicht als Signal zur Explosion zusammensetzen. Das Wort "gehen" kann er aus jedem Gesprächszusammenhang heraus erkennen. Dann kommen "Schuhe", jede Art von "Anziehen", Leine, oder auch spontanes ruckartiges Aufstehen.
- Pfütze: auf dieses Stichwort muß nun entweder "Nein, das machen wir nicht" oder "OOOOHH!" folgen. Letzteres ist die Erlaubnis, mit allen vier Pfoten in die Pfütze zu springen. Beide Sememe** gelten auch fürs Buddeln.
- Dann gibt es natürlich etwa 15 Spielzeuge, die er eindeutig identifiziert und auf Wunsch auch bringt (damit man sie wieder wegwirft). Zusätzlich gibt es Stock, "keine Steine" (wegen der Zähne), Mops (alle Arten von Zapfen)
Zu fast jedem sprachlichen Ausdruck gehört auch ein gestisches oder mimisches Zeichen. Einer unserer früheren Hunde wurde im Alter taub, aber wir konnten trotzdem über alles miteinander "reden". Witzig: er hörte zwar den Donner nicht mehr, vor dem er große Angst hatte. Aber er sah den Blitz und wußte, daß dann der Donner kommt, und zeigte auch ohne Gehör weiterhin die Angstreaktion.
*auch wenn das Wort vulgär ist: schon die alten Römer benannten den Vorgang "cacare". Und sie begingen ihn gemeinsam, während sie über Geschäfte sprachen. Daher rührt unser heutiger Ausdruck "sein Geschäft machen".
** Semem = sinntragende Zeicheneinheit oder Wort mit Bedeutung.
M. Hiller