18. April: Zeichen gegen Reiches Energiewende setzen!

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Am 18. April, kurz bevor der Bundestag über das neue Heizungsgesetz abstimmt, tragen wir unseren Protest gegen die fehlgeleitete Energiepolitik in vier deutschen Großstädten auf die Straße – in München, Köln, Berlin und Hamburg. Kommen Sie am 18. April mit uns auf die Straße und setzen Sie ein starkes Zeichen gegen Katherina Reiches Lobbypolitik, für Unabhängigkeit von fossilen Importen und für saubere Energie!

Mehr Infos: https://erneuerbare-energien-verteidigen.de/

Sind Aprilscherze nur noch alternative Fakten?

Jetzt ist es passiert: mein Aprilscherz 2026 Durchbruch in der Energiewende: größte Energiekampagne aller Zeiten  sorgte für Verunsicherung und es kamen irritierte Zuschriften von Leserinnen und Lesern.

Was ich diesmal an Blödsinn verzapft habe, scheint doch so nahe an der - nein, an EINER der denkbaren alternativen Realitäten - zu liegen, daß sie lieber nochmal nachgefragt haben. Dabei ist es tatsächlich nicht so, daß mein Aprilscherz nahe an diesen Realitäten liegt. Vielmehr ist es so, daß Politiker und "Staatsmänner" einer gewissen ins Populistische oder Rechte spielenden Richtung ausgerechnet das Volatile, Unberechenbare, Entscheidungswechselfreudige zur "Strategie" erhoben haben. 

Nur ein paar Beispiele: 

Bayerns früherer Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte am 30. Mai 2011 über den Fahrplan der schwarz-gelben Koalition zur Energiewende: "Der Atomausstieg wird bis 2022 vollzogen und ist unumkehrbar." 28.6.2001 in einer Regierungserklärung: "Wenn wir schnell sind, ist die Energiewende in Deutschland ein einziges großes Konjunkturpaket für Bayern."

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt (heute Bundesinnenminister) am 6. April 2011: "Wenn wir den Aufbau der erneuerbaren Energien maximal beschleunigen und Widerstände gegen Pumpspeicherkraftwerke und Ähnliches überwinden können, dann ist ein Umstieg auch in einem Jahrzehnt denkbar," und am 6. Juni 2011 bezeichnet er das beschlossene Ausstiegsdatum 2022 als eine Zahl der "Vernunft und der Verantwortung".

Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) - heute bayrischer Ministerpräsident (der allerorten die Bundespolitik mitbestimmt oder auch dominiert, obwohl ich als Hessin ihn gar nicht wählen konnte): er sagte im Juni 2010 noch "Wer Klimaschutz ernst nimmt, weiß: Wir sind weiter auf Kernkraft angewiesen." NACH Fukushima klang das anders: am 30. Mai 2011 sagte er über den von Schwarz-Gelb beschlossenen Atomausstieg: "Ich freue mich deswegen, weil es gerade auch mein Vorschlag, der Vorschlag von Horst Seehofer und der Vorschlag der CSU war."

Und der untragbar gewordene Rainer Brüderle, FDP-Fraktionschef: 12.2.2010: "Wir brauchen die Kernkraft als Brückentechnologie, und diese Brücke muss lang genug sein." 30.5.2011 über den von Schwarz-Gelb beschlossenen Atomausstieg: "Wir haben das Tempo des Umsteuerns hinein in das Zeitalter der erneuerbaren Energien noch mal verschärft."

(Zitate aus der SZ)

Zur Erinnerung: am 11. März 2011 ereignete sich die Nuklearkatastrophe von Fukushima, die in Deutschland dafür sorgte, daß grüne Politik plötzlich gesellschaftstauglich wurde und sich Politiker aller Richtungen grüner als grün gaben!

Speziell: Das Heizungsgesetz!

offiziell heißt es Gebäudeenergiegesetz (GEG) und wurde im Jahr 2020 Kabinett Merkel IV entworfen und im Bundestag verabschiedet. Im Kabinett Merkel IV amtierten vom 14. März 2018 bis zum 8. Dezember 2021 CDU, CSU und SPD. Also "Wer hat's erfunden?" - nicht die Schweizer, und auch nicht Robert Habeck, sondern CDU, CSU, SPD. Habeck mußte das GEG dann ab 2021 als Wirtschaftsminister umsetzen, wofür er von entsprechenden populistischen Medien gesteinigt wurde: "morgen kommt der Habeck und reißt deine Heizung raus!"

Die aktuelle Regierung - es war ein Wahlversprechen der CDU, das GEG abzuschaffen! - brachte nun im März die Gesetzesnovelle auf den Weg. Wichtigster Aspekt: es heißt jetzt nicht mehr GEG, sondern GMG (Gebäudemodernisierungsgesetz). Und nein: die Novelle wurde nicht im März auf den Weg gebracht! Der Gesetzesentwurf sollte eigentlich bis Ostern 2026 vorliegen, wurde aber vertagt. Doch dazu mehr im Nachbericht zum Impulsvortrag beim Klimabündnis Bergstraße am 30. März 2026.

Marieta Hiller

 

KVHS-Kurs Mit einer Photovoltaikanlage eigenen Strom erzeugen

21. April 2026 in Reichenbach / 28. April 2026 in Lindenfels: Kreisvolkshochschulkurs "Mit einer Photovoltaikanlage eigenen Strom erzeugen"

Unter dem Kursnamen „Solarstrom für Haus und Balkon“ organisiert die Kreisvolkshochschule Kreis-Bergstraße einen Kurs für Mitbürger, die Interesse an einer eigenen Photovoltaikanlage haben.

Es werden Grundlagen zur Photovoltaik vermittelt und wichtige Fragen zu diesem Thema behandelt wie z.B. Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage? Was kostet eine Anlage? Wie groß sollte sie sein? Lohnt sich das? Ist ein Speicher sinnvoll? Wie unabhängig/autark wird man? Gesetzliche Bestimmungen und Förderung. Wie erhält man seriöse Angebote? Was tut man damit für die Umwelt? Wie kann eine eigene Anlage in Zukunft genutzt werden.

Wie sicher sind unsere Stromnetze?

Ein aktueller Blackout und zwei Fachvorträge zum Thema...

Im Januarheft 2026 konnten Sie ausführliche Beiträge zum Thema Strom, Wärmepumpe und Netzsicherheit lesen. Geplant war an dieser Stelle die Fortsetzung mit einem Bericht über zwei Vorträge zum Thema, die am 19.11.25 (Carsten Hoffman, Vorstand der GGEW) bzw. am 18.12.25 (Elmar Jaeker, aktiv bei den Engineers 4 Future und Experte für Software und künstliche Intelligenz für nachhaltige Energieversorgung) beim Klimabündnis Bergstraße gehalten wurden. Die vollständigen Beiträge zu den beiden Vorträgen finden Sie hier: 

19.11.25 Online-Vortrag Der Beitrag der GGEW zur Energiewende und 18.12.25 Online-Vortrag: „Die Rolle der Stromnetze in der Energiewende“ beide hier:
Klimabündnis Kreis Bergstraße: Aktuelles  zusätzlich Beitrag der GGEW AG zur regionalen Energiewende

Zur Versorgungssicherheit führte Elmar Jaeker aus, daß diese in Deutschland bisher sehr hoch ist und der wachsende Anteil der Erneuerbaren keinen negativen Einfluß hat. Deutschland liegt unter allen Ländern an 3. Stelle hinter Süd-Korea und Japan, vor Österreich und den Niederlanden und weit vor den USA und China. Unter der netzseitigen Versorgungssicherheit versteht man, daß die Energie jederzeit zu den Verbrauchern gelangt. Ein Maß dafür ist die durchschnittliche Versorgungsunterbrechungsdauer pro Jahr und Kunde. Diese lag 2024 bei 14,9 Minuten. 

Energy sharing: soll ab Juli 2026 kommen

Am 11. Januar 26 stellte die Hessenschau das Thema energy sharing vor, also privates Handeln mit erzeugtem Strom. Ab Juli 2026 soll EU-weit gesetzlich ermöglicht werden, dezentrale Erzeugung zu teilen. Dies soll einfacher und unbürokratischer werden. Also muss auch Deutschland aktiv werden. Bislang ist das Verkaufen von Strom nicht erlaubt. 
Wenn aber Regionen sich stärker selbst versorgen können wird das Energiesystem ausfallsicherer. Vom Dach über die Wallbox ins Auto, in den Rasenmäher oder zurück ins Haus für die Wärmepumpe, oder ins Netz: die Einspeisung vom Auto ins Netz ist bei modernen E-Autos bereits vorgesehen, aber die Infrastruktur ist noch nicht da.
Für das Konzept des Energy Sharing existiert eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2018, die Bürger besser gegen Stromkrisen abgesichern und aktiv in der Energiewende einbringen soll. Am 11. September 2025 wurde erstmalig im Deutschen Bundestag über Energy Sharing debattiert und am 15. Oktober 2025 im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages in öffentlicher Anhörung beraten. Am 13. November 2025 ermöglichte der Bundestag mit der Einfügung des §42c in das EnWG erstmalig rechtlich Energy Sharing in Deutschland.
Bislang gilt: wenn Solarbesitzer in Deutschland ihren Strom verkaufen, werden sie zu Stromlieferanten - mit Verträgen, Bilanzen und einer Liefergarantie. Künftig könnten sie Überschüsse per Vertrag an Nachbarn abgeben oder Genossenschaften bilden. Für Mehrfamilienhäuser kommt eine Mieterstromregelung in Frage. Netzentgelte fallen jedoch weiter an, Strom wird daher nicht deutlich billiger. Das öffentliche Netz wird weiterhin erforderlich bleiben, da eine Vollversorgung über PV unsicher ist.

Beitrag der GGEW AG zur regionalen Energiewende

Der Beitrag der GGEW AG zur regionalen Energiewende: ein Vortrag beim Klimabündnis Bergstraße

Die Energiewende ist eine große Gemeinschaftsaufgabe, die nur gelingen kann, wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft konstruktiv zusammenarbeiten, so Carsten Hoffman, Vorstand der GGEW in seinem Vortrag beim Klimabündnis Bergstraße im November 2025. 
Während die Bundes- und Landespolitik die Rahmenbedingungen setze, komme es gerade auf lokaler und regionaler Ebene auf konkrete Umsetzung und gute Kooperation an. Als Beispiel führt er Bensheim an, wo die Kommunalpolitik mit ihrem ambitionierten Klimaplan wichtige Weichen gestellt habe. Auch Industrie und Handwerk leisten einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Energiewendem, ebenso die vielen Menschen, die in erneuerbare Energien investieren: Solaranlagen auf dem Dach, Wärmepumpen, Beteiligungen an Energiegenossenschaften oder Umstieg auf Elektromobilität.

Effizient heizen durch hydraulischen Abgleich

Energiespartipp der Verbraucherzentrale Hessen

Ist eine Heizungsanlage nicht optimal eingestellt, verbraucht sie oft deutlich mehr Energie als nötig. Heizkörper in der Nähe der Pumpe werden häufig überversorgt, während weiter entfernte Räume zu wenig Heizwasser erhalten. Das führt zu ungleichmäßigen Raumtemperaturen. Viele reagieren darauf mit einer höheren Pumpenleistung oder einer höheren Vorlauftemperatur – das erhöht jedoch nur den Energieverbrauch.

Was passiert, wenn im Krankenhaus der Strom ausfällt?

Blackout-Übung in der Kreisklinik Darmstadt-Dieburg im Oktober 2025

Um 4.30 Uhr wird es in den Fluren und Zimmern des neuen Bettenhauses der Kreisklinik Groß-Umstadt dunkel. Stromausfall. Die Aufzüge fahren nicht, teilweise gehen Geräte aus. Allerdings nur für ganz kurze Zeit, denn innerhalb von Sekunden nimmt das 800 Kilowatt (KW) starke Notstromaggregat im Keller seinen Dienst auf und die wichtigen Bereiche des Bettenhauses werden wieder mit Strom versorgt. Das betrifft etwa die Grundbeleuchtung und auch die grünen Steckdosen, die zusätzlich zu den normalen weißen überall im Bettenhaus neben Patientenbetten, an Schreibtischen oder in Fluren zu sehen sind. Nur diese liefern jetzt noch Strom. Ein Aufzug, der noch unterwegs war, fährt noch zu seinem Haltepunkt.

Falsche Frage: was kostet die Energiewende?

David Volk, Physiker für Nukleare Astrophysik, ist Energieberater für Großabnehmer. Der Freiberufler (Envision Solutions) stellt dazu Gebäudesimulationen und Datenanalysen an und macht Projektentwicklung für Energiesysteme. Im September 25 hielt er einen aufschlußreichen Vortrag beim Klimabündnis Bergstraße. Volk ist unabhängig, ohne Unternehmensbindung, und betreut als Energieberater keine Wohngebäude, nur Industrie.

David Volk stellte allgemeine Zahlen vor in bezug auf Energiewende, Wärmeplanung und Heizungsgesetz (wobei "Heizungsgesetz" der Populistenbegriff für die richtige Bezeichnung Gebäudeenergiegesetz GEG ist).

Tipps der Verbraucherzentrale Hessen gegen Hitze in Wohnungen

Wenn draußen die Temperaturen steigen, wird es auch in vielen Wohnungen schnell unangenehm warm. Ist die Hitze einmal drin, lässt sie sich kaum wieder vertreiben. Die Verbraucherzentrale Hessen gibt daher wichtige Tipps, wie man seine eigenen vier Wände besser gegen Sommerhitze schützen kann – und dabei gleichzeitig Energie spart.

Das Wichtigste auf einen Blick:

Energiespartipp der Verbraucherzentrale Hessen

Darmstadt-Dieburg / Dieburg. Haushalte können ihre Stromkosten senken und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, indem sie ihre Wärmepumpe mit Solarstrom betreiben. In Einfamilienhäusern kann eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) ohne Batteriespeicher bereits etwa 20 bis 30 Prozent des jährlichen Strombedarfs für Haushaltsgeräte und Wärmepumpe abdecken. Mit einem zusätzlichen Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauch auf bis zu 40 Prozent steigern.

„Wer Solarstrom für seine Wärmepumpe nutzt, macht sich unabhängiger von steigenden Strompreisen und leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, betont Landrat Klaus Peter Schellhaas. „Deshalb unterstützen wir alle Bürgerinnen und Bürger, die sich mit einer kostenlosen Energieberatung informieren möchten.“

Hessen Leitstandort in Sachen Kernfusion?

Kreis Bergstraße (kb). Der Bergsträßer Landrat Christian Engelhardt begrüßt die Entscheidung der hessischen Landesregierung, der führende Standort für das Thema Kernfusion in Deutschland werden zu wollen und entsprechende Aktivitäten zu fördern. Gestern hatte Hessens Ministerpräsident Boris Rhein Vertreter von elf Unternehmen sowie von der Technischen Universität Darmstadt und des GSI Helmholtz-Zentrums für Schwerionenforschung zu einem runden Tisch eingeladen, um gemeinsam entsprechende Schritte zu initiieren. „Diese wegweisende Kooperation ist ein bedeutender Schritt für Hessen und für die Forschung, aber insbesondere auch für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Energieversorgung“, so Engelhardt. „Auch der Kreis Bergstraße wird hier eine zentrale Rolle spielen, denn geplant ist unter anderem, einen Reaktor für Kernfusion auf dem Gelände des ehemaligen AKW in Biblis zu bauen. Dies wird federführend durch das Unternehmen Focused Energy aus Darmstadt geschehen, das auch gestern bei diesem Treffen dabei gewesen ist.“

Zirkuläres Bauen im Kreis Bergstraße

Neues Modellvorhaben zur „Kreislaufwirtschaft im Bausektor“ in Berlin vorgestellt

Kreis Bergstraße (kb). Am 26. September 2024 startete die Förderinitiative „Kreislaufwirtschaft in ländlichen Regionen“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) mit einer Auftaktkonferenz im Ernst-Reuter-Haus in Berlin. Der Kreis Bergstraße stellte im Rahmen der Veranstaltung gemeinsam mit vier weiteren Modellregionen in Deutschland Ansätze vor, mit denen die Kreislaufwirtschaft vor Ort vorangebracht werden soll. Dabei konzentrieren sich die Modellregionen auf branchenübergreifende Lösungen in den Bereichen Bauen, Industrie, Handwerk und Gewerbe, Wirtschaftsförderung, Aus- und Weiterbildung sowie Einbindung der Zivilgesellschaft.