Glosse: Nur mal angenommen - Datenschutz!

Sie wollen sich unsichtbar machen: keine Postadresse, keine Telefonnummer, keine Internetseite, keine Mailadresse? Sie existieren einfach nicht.

Geht gar nicht: Ihre Daten sind überall zu finden. Irgendwann lassen Sie sich dazu hinreißen, einen besonders dummen Facebookeintrag zu kommentieren. Wenn Sie Pech haben, geht das Theater dann richtig los: shitstorm, jemand fotografiert Ihr Haus, Ihre Kinder, stellt Ihre Vorlieben online. Googeln Sie mal Ihren Namen, Sie werden staunen.

Der einzige mir bekannte Mensch, der nicht gefunden wird, war so schlau den gleichen Namen wie ein deutscher Schauspieler zu tragen.

Ihre Straße ist Werbespezialisten bekannt: entweder wohnen Sie in einer Straße mit Nachbarn, die gern viel Geld ausgeben - dann werden Sie mit entsprechender Werbung überschüttet. Oder Sie wohnen in einer Straße mit vorwiegend Menschen in der Sozial-Hängematte - dann bekommen Sie online nicht mal Kauf auf Rechnung angeboten. Und haben Sie auch nur ein einziges Mal im Internet Schießer Feinrippunterhosen für einen alten Verwandten bestellt, können Sie keine Seite mehr öffnen, ohne daß Ihnen dieselben wieder und wieder angeboten werden. Als bräuchte man die täglich neu!

Ihre Spuren sind überall, und trotzdem überschlägt sich der Datenschutz mit Maßnahmen und Formularen. Alles muß geschützt werden - nur offenbar muß ich nicht vor Schießer Feinripp geschützt werden.
Leider mußte ich dem Datenschutz sogar meinen Aprilscherz aus dem Jahr 2021 opfern: geplant war eine Glosse über geschwärzte Telefonbucheinträge und Türklingelschilder.

Da war die Realität schneller als es wieder April wird! Neuerdings gibt es in den Wohnsilos bestimmter Vermietungsfirmen keine Namensschilder mehr an der Tür. Nur eine Platte mit 150 Klingelknöpfen. Wo Frau Meier wohnt? Probieren Sie mal den achten Knopf in der fünfzehnten Reihe. Frau Meier ist nämlich ab sofort nur noch Nummer 08/15. Das schützt sie zuverlässig vor der Verstopfung ihres Briefkastens.

Marieta Hiller, im März 2021

Haben Sie schonmal vom Bratwurst-Duell gehört?

Fürst Bismarck pflegte sich ständig zu duellieren, und eines Tages forderte er den Mediziner Rudolf Virchow heraus. Dieser konnte sich nicht entziehen, hatte jedoch die Wahl der Waffen. Im Morgengrauen traten Bismarck und Virchow mit ihren Sekundanten an: Virchow holte zwei Würstchen hervor. Dem staunenden Bismarck erklärte er, daß eines der beiden trichinenverseucht sei, das andere in Ordnung. Bismarck verzichtete auf das Duell. So sind manchmal auch Trichinen für etwas gut…

Gedicht über den Durchblick

Gedicht von Martina Stefanski, Beedenkirchen

Dieses Gedicht schickte uns Martina Stefanski aus Beedenkirchen zu.

Kurios: Leiche am Postschalter

Im November 1999 wurde in der Zeitung von einem makabren Betrugsversuch aus Südafrika berichtet:  zwei Männer und eine Frau wollten dort mit dem Leichnam eines Mannes dessen Pension abholen. Dabei sollten dessen Fingerabdrücke auf die Identitätskarte zur Barauszahlung der Rente  gedrückt werden. Der Onkel sei Analphabet, erklärte das betrügerische Trio am entsprechenden Schalter. Da der "Onkel" aber die Augen geschlossen hielt und sich offenbar nicht auf den Beinen halten konnte, griff der Postangestellte beherzt zu und berührte den Mann. Dieser war eiskalt, auch der herbeigerufene Notarzt konnte nur den Tod feststellen und daß dieser schon vor längerem eingetreten sei.
Verhaftet wurden die drei Betrüger jedoch nicht: sie konnten in der allgemeinen Aufregung entkommen. Wer weiß, vielleicht sind sie noch heute mit der ein oder anderen Leiche unterwegs zum Rentekassieren... mh

„Die Grippe und die Menschen“

Vor fast genau 100 Jahren erschien dieses Gedicht im Nebelspalter Nr. 10 1920: „Die Grippe und die Menschen“

Entdeckt von unserem Leser Rudi Roth auf dem FB-Profil von Akkordeonspielerin Lydie Auvray - es ging hier wohl um die Spanische Grippe, die zwischen 1918 und 1920 etwa 20 bis 50 Millionen Menschenleben forderte, manche schätzen sogar 100 Millionen. Die Letalität lag bei 5-10 Prozent (Anm. d. Red).

Das Felsenmeer - Lied von W. Tempel

Noten und Text zum Lied "Das Felsenmeer" stellte unserer Redaktion Wilhelm Tempel 2002 zur Verfügung.

Es stand im Durchblick...

Muß so um 1997 in einem Durchblickheft gestanden haben...

Schmähbriefe an die Redaktion

 

Auch solche Zuschriften hatten wir immer wieder - und mußten uns des öfteren als grün-rot versifft beschimpfen lassen. WIR sind noch da - ob jener Schreiberling noch in unseren Landen weilt wissen wir nicht...

Der letzte Zivi beim DRK

Beim DRK-Kreisverband wurde mit Sebastian Engelbrecht der letzte Zivildienstleistende verabschiedet. Eine vier Jahrzehnte währende Tradition ging zu Ende.

Ein in sozialen Einrichtungen viel diskutiertes Thema war in diesem Jahr die mittlerweile erfolgte Aussetzung der Wehrpflicht, die das vorläufige Ende des Zivildienstes bedeutete. Seit 1971 leisteten insgesamt 863 junge Männer ihren Zivildienst beim Bergsträßer DRK. Im Dezember 2010 traten die beiden Letzten ihre Stellen im Bereich Soziale Dienste an. Sebastian Engelbrecht war einer von ihnen. Als sein Zivildienstvertrag im Mai regulär auslief, entschloss sich der 20-Jährige diesen um sechs Monate zu verlängern. Nun nahm er das Angebot des DRK an, als Hauptamtlicher im Kreisverband zu arbeiten. „Besonders der Kontakt zu unseren Hausnotruf-Kunden macht mir sehr viel Spaß. Man lernt viel von den Menschen und hat immer wieder die Möglichkeit zu helfen", erklärte Engelbrecht seine Beweggründe. Zum Ende seiner Dienstzeit dankten ihm die Verantwortlichen des DRK-Kreisverbandes für seinen engagierten Einsatz und bedauerten das Ende einer Tradition. „In den vergangenen vierzig Jahren sind dem DRK zahlreiche Zivildienstleistende als Mitarbeiter erhalten geblieben. Diese Art der Personalgewinnung wird es in Zukunft nicht mehr geben", erklärte Kreisgeschäftsführer Ulrich Bergmann.