Wer weiß etwas über einen unterirdischen Gang auf dem Ciba-Gelände Lautern?
Manfred Hüller hat das ehemalige Schweizerhaus gekauft und sucht seit 25 Jahren nach Infos zu dem Gang, der heute verschüttet ist, aber im Krieg zu einer unterirdischen Kaverne führte, in der die Menschen Schutz suchten.
Weitere Informationen zur Geschichte der Blaufarbenfabrik Marienberg, aus der später die Ciba Geigy wurde, finden Sie hier: https://odenwald-redaktion.de/ Suchwort "Blaufabrik"!
Ausstellungsplatz für Lützelbacher Maler gefunden: wertvolles Zeugnis von Land und Leuten...
Vor über 100 Jahren war Lützelbach in künstlerischen Kreisen weithin berühmt: zahlreiche Maler aus der Umgegend bezogen hier ihr Sommerquartier, um Skizzen und Gemälde anzufertigen. Damals war es noch nicht lange her, daß sich Maler überhaupt der Landschaft widmeten. Denn um draußen malen zu können, bedarf es transportabler Ölfarbenbehälter, und Tuben waren erst 1841 durch den Maler und Erfinder John G. Rand entwickelt worden. Zunächst waren sie aus Blei, aber man konnte direkt vor dem Motiv in der Landschaft damit arbeiten.
Das Wahrzeichen von Kolmbach, die Heilig-Blut-Kapelle, wird Geopunkt im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald
Was steckt hinter der Geschichte der Heilig-Blut-Kapelle in Kolmbach? Woher kommt ihr Name? Das erfahren Interessierte und Wandernde jetzt auf der neuen Geopunkt- Informationstafel direkt vor der Kapelle. Wer sich die kleine Kirche von innen ansehen möchte, kann sich sogar mit dem Smartphone auf einen virtuellen Rundgang durch das Gotteshaus begeben. Geo-Naturpark Geschäftsführerin Dr. Jutta Weber, Lindenfels‘ Bürgermeister Michael Helbig und Kolmbachs Ortsvorsteher Kurt Dersch haben die Tafel nun offiziell eingeweiht.
Vom Landgut-Herrenhaus zur Fachklinik für Suchtkranke - Die wechselvolle Geschichte von Schloss Falkenhof
Schloss Falkenhof in Schönberg, zwischen 1890 und 1901 erbaut, war in den 1950er bis 1990er Jahren ein Kinderheim für Verschickungskinder. Wie in vielen Häusern gab es auch hier "schwarze Pädagogik". Eine vom Caritasverband Darmstadt in Auftrag gegebene professionelle Recherche zur Geschichte des früheren Kinderheims konnte offene Fragen beantworten und Lücken in der Historie füllen. Bei einer gut besuchten Abendveranstaltung im Juli kamen zahlreiche Zeitzeugen zu Wort. Ihre Berichte waren unterschiedlich: von "keine auffälligen Besonderheiten" und "der erwähnte Zwang fand nicht statt" über "normale Behandlung der Kinder" bis zu pädagogischen Exzessen kamen Äußerungen. Wie professionelle Distanz zu Lieblosigkeit wird, konnte ich am eigenen Leib erfahren. 1968 wegen "Unterernährung" nach Oberstdorf ins Kinderheim geschickt, bekam ich dort zum Abendessen Margarinebrot mit Gurkenscheiben, was der Gewichtszunahme nicht sehr förderlich war. Die Erzieherinnen waren - bis auf Ludmilla - recht lieblos, unsere Briefe nach Hause wurden zensiert und wir litten sehr unter Heimweh.
2023: In den letzten Tagen des Schuljahres haben sich die Schüler*innen der vierten Klasse in Elmshausen mit dem kurzen Leben von Walter Israel auseinandergesetzt. Walter Israel war Lautertals jüngstes Opfer der Nazizeit. Mit nur 17 Jahren wurde der Elmshäuser Bub 1942 deportiert und sehr schnell im Konzentrationslager Lublin auf polnischem Boden durch die SS ermordet.
Die Schulleiterin der Elmshäuser Grundschule, Claudia Sudheimer hatte hierzu eine Unterrichtseinheit mit den Schülern umgesetzt, welche zuvor von jungen Lehrkräften des Studienseminars Heppenheim mit ihrem Seminarleiter Frank Maus erstellt worden war. Sudheimer berichtete: „Unsere Viertklässler haben sich intensiv mit den Erlebnissen von Walter Israel, der als Kind selbst die Elmshäuser Grundschule besucht hatte, beschäftigt. Durch das Unterrichtsmaterial sowie Unterrichtsgänge konnten die Kinder einen Teil der Lebenswirklichkeit von Walter Israel, der in der direkten Nachbarschaft lebte, nachvollziehen. So wurde seine Lebenssituation in Elmshausen sowie der zunehmende Druck auf die jüdische Bevölkerung deutlich herausgearbeitet, bevor schließlich die Deportation und Ermordung des Jungen erfolgte.“
Lebendiges Museum: Haushalts(t)räume und ein Gruß aus alten Eisenbahntagen in Reinheim
Überraschend platzten wir im November beim Besuch des Reinheimer Museums in eine kleine Feierstunde: eigentlich wollten wir die Sonderausstellung Haushalts(t)räume besuchen, da gab es im Hof einen Umtrunk mit zwei örtlichen Vereinen, die eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Museum aufgenommen haben: der Geschichtsverein Georgenhausen-Zeil-hard und der Museumsstellwerkverein Reinheim e.V.; so war der Besuch gleich dreifach interessant! Viele Fotos und ausführliche Beschreibung aller Exponate finden Sie auf www.durchblick-lamo.de. Die Spurensuche des technischen Fortschritts in Küche und Haushalt wird noch bis 26. Februar gezeigt, Öffnungszeiten des Museums: sonntags, 14.30-17 Uhr, Kirchstraße 41 in Reinheim. Weitere Abteilungen: eine Schmiede, die Reinheimer Knopfmanufakturen, Kinderspielzeug, komplett eingerichtete historische Zimmer, ein Luftschutzkeller, Entwicklung und Einsatz verschiedener Kunststoffe. Mehr dazu weiter unten!
Der Ursprung der Minks in Reichenbach: drei russische Brüder?
Im Januarheft 2022 des Durchblick erschien mein Beitrag "Heinrich Mink II und VII: ein Puzzlespiel". Spannend war es, das Rätsel um die beiden Männer zu lösen. Ausgehend von der Geschichte von Katharina Herzog aus Brandau (gebürtig aus Raidelbach, *1927), die mir von ihrem Urgroßvater erzählte, der als Aufseher in der Blaufarbenfabrik Lautern gearbeitet hat. Dieser Heinrich Mink ist verwandt mit den Reichenbacher Minks, die nach den Erinnerungen der alten Dame einst von drei Russen abstammten, die im 18. Jahrhundert nach dem Krieg in Reichenbach blieben und ihren Namen in Mink änderten.
Der Reichenbacher Maler Reinhold Mayer, dessen Gemälde die Titelseite des Reichenbacher Heimatbuches ziert, ebenso die Außenwand des Schützenhauses in Reichenbach, hat auch sehr filigrane Objekte geschaffen: eine Milchkanne. Sechs Reichenbacher Ortsansichten zeigt das Objekt, das von Familie Heinze gestiftet wurde und im Rathaus Reichenbach zu sehen ist. Felsenmeer, Riesensäule, Hohensteinfelsen, Marktplatz, Blick auf das Dorf, und Gustavsbrück' zeigen die sechs Vignetten, jeweils reich verziert mit Wappen und Blumenmotiven.
Der Odenwald ist eine Region, die vom Tourismus lebt. Hier gibt es wenig Industrie und lange Transportwege - unattraktiv für die bei Unternehmen beliebte Just-in-time-Lagerhaltung auf der Autobahn. Je tiefer man in den Odenwald kommt, desto idyllischer wird die Landschaft. Zugleich ist die Region aber keine Biedermeier-Puppenstube: sie hat durchaus ihre Existenzprobleme. Ohne die Landwirtschaft und die Streuobstwiesenkultur würde der Odenwald ganz anders aussehen. Ein friedliches Miteinander von Touristik und Wirtschaft ist auch hier dringend notwendig. Am westlichen Rand des Odenwaldes gibt es eine Mischzone, in der die Menschen ihr Auskommen als Pendler in die großen Wirtschaftszentren finden. Hier ist der Stellenwert des Tourismus entsprechend niedriger, man fühlt sich eher durch Touristen gestört. Trotzdem hat auch diese Region ihre Gastfreundlichkeit und landschaftlichen Reize.
Louise von Ploennies lebte von 1803 bis 1872 und ist damit Zeitgenossin der Industriellen Revolution in Deutschland. In ihrem Gedicht "Auf der Eisenbahn" verbinden sich die Veränderungen im Rahmen der Industrialisierung mit liberalen Gedanken, so daß es der Zeit des poetischen oder bürgerlichen Realismus zugeordnet werden kann. Einer ihrer neun Kinder ist August von Ploennies, der Gründer der Blaufarbenfabrik Lautern (https://www.lagis-hessen.de/pnd/116246057)