Juni 2024 - Dialektsprechen war und ist umstritten
Schulkinder lernten generationenlang, gutes Hochdeutsch zu sprechen. Ihr heimischer Dialekt war nicht gern gesehen, wurde gar manchmal verboten. Alles mußte modern werden, und so entwickelte sich aus der ursprünglichen "Nestsprache" oft Denglisch-Kauderwelsch.
In de gesaomde Ourewaoldgebiede, sin die Dialekde total veschiede. In Branne säigt mä sou, net so, unn es haast a wou, net wo, uffem Feld, do wärd gezaggert, unn e Hinkel hot gegaggert.
E vehengnisvoll Vewägslung, wie die Neukerscher Bauern Bulldog forn g`lernd häwwe
Es wor oufångs de 50er Joorn uff`m Bauernhouf in Neukersche. De Bauer, er hodd Schorsch gehaase, hadd die Schinnerei mid seune Gail sååd, unn hodd sisch soin erschde neije Bulldog kaafd. Däss wår schonn åner midd enne Bleschhaub, e bissje uff schäij gedrimmt.
Was sind Kandsfinkelsche? So nennt man im Odenwald die Glühwürmchen. Der Ausdruck kommt von Johannisfünkchen, weil Glühwürmchen meist um den Johannistag (24. Juni) in warmen Abendstunden ab ca. 22 Uhr leuchten.
Was bedeutet Kauderwelsch? Mit diesem Ausdruck wurde vermutlich die Sprache italienischer Flachs- und Werg- händler bezeichnet, die in unverständlichem Welsch sprachen. "Kaudern" ist lautmalerisch für Truthahn-Kollern.
Mündlich überliefert von Jakob Peter (1902-1979), einem ehemaligen Sänger vom GV- Sängerlust Brandau. Text mit Noten aufgeschrieben von Heinz Allmann aus Brandau für das ehem. Sängersextett „Sechsmaonnsleit“
mit humorvoll-herzerquickendem Gebabbel und Gesang durch das Jahr 2025
Erstmalig, einzigartig und originell ist dieser klingende Benefiz Mundart Jahreskalender 2025 mit einem QR-Code auf jedem Monatsblatt versehen, über den zur Jahreszeit passendes humorvoll-herzerquickendes Gebabbel und Lieder zu hören sind. Peter Dotterweich und Fritz Ehmke von den Mundartfreunden Südhessen haben damit ihre Idee umgesetzt mit Mundart-Babblern und Sängern aus der Region Südhessen einen klingenden Kalender zu gestalten.
Christian Engelhardt, Landrat des Kreises Bergstraße babbelt für einen guten Zweck
Zahlreiche Mundartisten im Netzwerk der Mundartfreunde Südhessen wirken begeistert bei dem neuen Benefiz- Projekt „Grodde unn Lauser Gschischde aus Südhesse“mit. Fritz Ehmke, der Vormann der Mundartfreunde Südhessen freut sich, dass er auch die Landräte und einige Bürgermeister aus allen Regionen Südhessens gewinnen konnte, bei dem Projekt mitzuwirken. Sie alle babbeln/schwätze perfekt im heimischen Dialekt lustige und spannende Lauser-und Grodde-Geschichten aus ihrer eigenen Jugendzeit. Am vergangenen Montag ( 29-07-2024) war Fritz Ehmke mit Silke Durrer aus Mörlenbach zur Tonaufnahme im Büro von Christian Engelhardt, dem Landrat des Kreises Bergstraße. Silke Durrer fungierte dabei als Simultan- Übersetzerin in den heimischen Zungenschlag für eine äußerst spannende und lustigen Lausbubengeschichte des Landrats. Die Freude war groß, denn die letzten Sätze babbelte Engelhardt perfekt im Bergsträßer Dialekt. Silke Durrer hatte durch ihr pädagogisches Wissen als Lehrerin an der Brüder Grimm Schule in Rimbach den Landrat beim Einüben unterstützt. Kleinere Korrekturen während der Aufnahme waren lediglich hin und wieder bei dem markanten, regionalen mundartlichen „ou“ und „wou“ nötig. Als Anerkennung und Erinnerung an den amüsanten und erfolgreichen Nachmittag wurde Landrat Christian Engelhardt das Kultschild „Mer babbele Mundart“ überreicht.
Das Lauter- und Modautal ist mit vertreten bei den Benefiz CDs mit Begleitbuch: „Es wår emol, Märche in Südhessischer Mundård“. Die Mundartfreunde Südhessen haben nach vier Jahren Produktionszeit drei neue Benefiz CDs mit einem Begleitbuch herausgebracht.
Originell, einmalig, die muss man wirklich mal Leif erlebt haben, oder mindestens auf dieser CD angehört haben. Mit ultimativen Bauernregeln, selbst getexteten Liedern im heimischen Zungenschlag über sensationelle Geschehnisse über das frühere Landleben werden die Lachmuskeln trainiert. Die vier Originale aus Albersbach, dem kleinsten Ortsteil von Rimbach im Odenwald leisten einen wertvollen kulturellen Beitrag zu heimatlichen Traditionen, Brauchtum und unseren schönen Mundart.
Schülerinnen und Schüler der Klasse 3a der Brüder- Grimm Schule in Rimbach sind begeistert vom Odenwälder Dialekt
Mit einem herzlichem „Gemoije“ wurde Fritz Ehmke am Mittwoch, den 06. April von den Kindern der Klasse3a der Brüder-Grimm Schule in Rimbach begrüßt. Er ist der Einladung von Silke Durrer gefolgt und erschien mit seiner bunten Lindenfelser Tracht. So erfuhren die interessierten Zuhörer im Beisein der Konrektorin und Klassenlehrerin Katharina Meister, dass es in verschiedenen Odenwald- Regionen noch andere Trachten gibt. Darüber hinaus konnten sie lernen, dass das wohltuend kühlende Leinenhemd keine Knöpfe hat und über den Kopf angezogen werden muss. Besonders strahlende Gesichter waren zu sehen, als die Halsbinde, der sogenannte „Geschdeweg“ und der Dreispitzhut mit gesanglicher Einlage von Fritz Ehmke „Moin Hut der hodd drei Egge“ vorgestellt wurden.
Wie oft haben Sie schon den Spruch gehört: „Der hot die Gränk“ - und dachten immer, Gränk kommt von Krankheit. Denn wer die Gränk hat, liegt darnieder. Tatsächlich aber hat der Ausdruck einen botanischen Ursprung: er kommt von der Rosmarinheide, auch Polei-Gränke genannt. Diese wurde früher beim Färben oder auch beim Gerben eingesetzt. Wer sich zu lange über den Bottich beugte, der konnte aufgrund der giftigen Dämpfe umfallen. Vergiftungen mit Polei-Gränke sind selten tödlich, sondern äußern sich in Schwitzen, Übelkeit, Schwindel und Schwäche. Wer die Grenk hat, steht also irgendwann auch wieder auf.
Bald gibt es Neues: das Märche vum Hås un Ijel ist auf der neuen Projekt CD mit Begleitbuch "Märchen in Südhessischer Mundart" mit dabei. Sobald alles perfekt ist, lesen Sie es an dieser Stelle! Hier schon mal eine Illustration von Conny Abramzik für das Begleitbuch; weil Edith Keil, die Babblerin, einen Bezug zu Neunkirchen hat (ihre Mutter wohnte dort), wurde die Kirche Neunkirchen als Hintergrund gewählt.