Blick in die Nachbarschaft: Lindenfels

Einige Jahre lang sah es in Lindenfels traurig aus: Gasthäuser schlossen, Geschäfte wurden aufgelöst, das Luisenkrankenhaus ging fort. Immer mehr leerstehende Ladengeschäfte zierten die Nibelungenstraße und die Burgstraße. Ein Bild, wie es in zahlreichen kleinen Städten und auch in den Dörfern vorherrscht.
Aber kluge Köpfe machten an vielen Orten aus der Not eine Tugend, so auch in Lindenfels: soziale Einrichtungen nahmen den Platz von wirtschaftlichen Geschäften ein. Was heute in Lindenfels los ist, zeigt ein riesiges Plakat mit den Angeboten von Februar bis April 2026.

Event Board Lindenfels I 2026 web

Es gibt die Burgschänke oben kurz vor dem oberen Burgtor; es gibt seit 2023 WIR FÜR LINDENFELS, eine Gruppe die sich ein Jahr später zusammen mit der Ideenwerkstatt und der Bürgerquelle Lindenfels zusammengeschlossen hat zur Bürgerinitiative LindenfelsAktiv. Mitgegründet wurde Wir für Lindenfels von "Blaulicht" Dieter Kessel - dem Hans Dampf in allen Gassen, wo es um Kultur und Soziales geht.

Projekte der BI LindenfelsAktiv sind u.a. die BOULE Gruppe und der Jugendtreff im Haus der Vereine. Es gibt Tanzen im Kurgarten (TIK) und das Kulturschaufenster in der Nibelungenstraße 61, außerdem sind ein Brotbacktag und ein Wochenmarkt in Lindenfels geplant.
Auch die Ideenwerkstatt hat ein reichhaltiges Programm, u.a. der Seniorentreff Digitale Kompetenz, der im Durchblick bereits vorgestellt wurde und sich einmal monatlich (immer am 4. Donnerstag des Monats 17 Uhr) trifft. Hier helfen einige Studenten, unter ihnen auch Madame Reserl, bei allen Fragen rund um KI, Smartphone, Tablet und PC - vor allem jetzt bei der Umstellung von Windows 10 auf - nein, nicht auf Windows 11 - sondern auf Linux.

Immer wenn es in Lindenfels um Kultur geht, ist Blaulicht mit von der Partie: er ist sowohl nebenberuflich als auch ehrenamtlich als Veranstalter "Blaulichts Event Sevice" unterwegs. Das Kulturschaufenster etwa verwandelt ein leerstehendes Geschäft in ein Schaufenster in die Kulturszene. Zunächst bereicherten Gemälde von Renate Elias (Seidenbuch) das Stadtbild, seit Januar sind hier Skulpturen des Bildhauers Henning Wittmann (Gesäßhof Klein-Gumpen) zu sehen - unter dem Titel "Gesehen werden...". Gesteins- und Holzarten aus der direkten Umgebung von Lindenfels wurden zu kunstvollen Skulpturen.

Zur Kultur gehört untrennbar das Soziale dazu, und so verwundert es nicht, daß sich das Thema "Second hand" durch die Szene zieht. Blaulicht hatte bereits 1987 in Lindenfels den Secondhandladen Siedepunkt (zusammen mit Dominik Kaufmann). Dort gab es zudem echtes Vinyl. Heute hat seine Freundin in der Burgstraße einen Laden mit Second hand und upcycling art - Kunst aus Weggeworfenem. Der Laden heißt Remmos Husch - lesen Sie den Namen einmal rückwärts, dann wissen Sie wo er ist.
Ebenfalls zur Kultur gehört die Ourewäller Mundart, und aus der Verbindung von Blaulicht (als geborener Paderborner kein Mundartoriginal) mit den vier Damen von Die vun do entwickelte sich schnell die Idee, in Lindenfels die Mundartveranstaltung "Gebabbel un X'sang" zu organisieren, kurz GUXS. Das GUXS entstand aus der Nachfrage der Leute, daß DieVunDo endlich mal "naus aus de Kisch, un nuff uff die Bihn" sollen. Gäste wie der BlasseBertram oder Schwarzworz gestalteten dieses etwas andere MundART Festival mit. Im März 2026 waren uff de Bihn "Die vun do", das Coka-Chörchen und Schwarzworz zu hören und zu sehen. Für Herbst 2027 ist die dritte Auflage des GUXS geplant.

DIEVUNDO

Begonnen hat Zusammenspiel des Quartets „DieVunDo“ exakt am 2. Februar 2022 Da trafen sie sich das erste mal zu viert zum Musik machen. Der Song „Blackbird“ von den Beatles lief 4-Stimmig auf Anhieb so gut, daß klar war: Da kann was Tolles draus werden. Zuerst wurden Lieder einfach gecovert, mit 2 Gitarren unterstützt und 4-Stimmig arangiert.

In dieser Zeit kam Judith auf die verrückte Idee, man könne doch die Bohemian Rapsody von Fredy Mercury spielen. Nach einigen Proben und ein wenig Verzweiflung - das ist nun wirklich keine einfache Nummer- zündete die Idee, das Lied mit einem Text im Odenwälder Dialekt zu belegen. Das funktionierte so richtig gut, und dieser Coversong nennt sich jetzt „die Odenwaldhymne“. Es ist die Homage der DieVunDo-Mädels an den wunderschönen Odenwald:

„Drauß do im Ourewald,
do geh isch nimmer fort
do isses schäina
als an jedem annern Ort....
..Mama, was bin isch froh,
dass isch do dahom bin
un net annerschd irgendwo....“

Auch der Zusammenhalt de Odenwälder, die sich mal fetzen können, aber zueinander stehen, wenn es drauf ankommt, wird im Text erwähnt:

„ ...und a wanns dann mo kracht,
dann waschd genau:
S´is egal, s´is egal,
mir sin füränanna do!“

Damit war die Idee geboren, auch andere Songs mit euen Texten zu belegen. Inzwischen hat DieVunDo eine ganze Reihe Lieder neu vertextet. So wurde zB. der „Wellerman“, in altes Seefahrerlied umgewandelt und zur „Bauernsach“:

„...De Bulldog is frisch abgeschmiert
dann werd jetz noch de Mais siliert
Die Runkelrieweroppmaschien
die läft noch bis zum Owed...“

Im Refrain geniessen die fleissigen Menschen den Feierabend:

„... Do waschd am Owed dann
hocke ma später wider zamm.
Isch und du un jedermann,
bei Äppelwoi, Woscht un Brod...“

Die Themen reichen vom Befall der Lebensmittel mit Mehlmotten über die Handtasche in der man nie findet, was man sucht. Oder das E-Bike, was einem im bergigen Odenwald den Spaß am Radeln rettet. Alles mit viel Humor verpackt und mit 4 anspruchsvollen Stimmen versehen wird es nicht langweilig. Und sie sind noch lange nicht fertig - es liegen inzwischen schon viele andere Ideen in der Schublade!

Gemeinsam mit Dieter „Blaulicht „ Kessel sind Sie nicht nur Gastgeberinnen, sondern präsentieren sich auch selbst auf der Bühne auf dem 2. „Gebabbel un X´Song“ Festival.
Die Vier Odenwälder Frauen, die ihr Leben lang singen und musizieren, haben sich eines Tages zusammen gefunden, um dies gemeinsam zu tun. Sie lieben den Odenwald und Lindenfels, und singen mit voller Leidenschaft über ihre Heimat. 

Aber nicht nur das: Sie texten selbst und das mit Witz und Charme - gerne auf der Basis alter Rock & Popsongs. Einige Coversongs, haben durch DieVunDo, ein Odenwälder Mundart Gewand bekommen. Der mehrstimmige Gesang von Andrea Seewald und Tochter Lena Remmers, Judith Maus und Jeanne Kloepfer, lassen die Ohrmuscheln tanzen. Ihre unterhaltsamen Texte über das Leben, sowie amüsante Situationen, zaubern den Zuhörern ein breites Lächeln ins Gesicht.
In diesem Sinne … „Naus aus de Kisch, un nuff uff die Bihn“ www.facebook.com.dievundo www.instagram.com/die_vun_do

Dievundo Blaulicht

Die "Küsch" mit Lena Remmers, Andrea Seewald, Judith Maus und Jeanne Kloepfer (v.l.)

Das CoKa-Chörchen aus dem Brombachtal

Das Corona Kanon Chörchen wurde 2020 von Gisela Rapp, Bernd Gabriel und Hedwig Huf ins Leben gerufen – denn auf das Singen wollten die drei selbst in Corona-Zeiten nicht verzichten.

Schon bald stieß Ulli Miksch dazu, und inzwischen sind auch Meike Gipper und Martin Schäfer mit von der Partie. Gesungen wird längst nicht mehr nur im Kanon: Auch Jodler und Lieder in Odenwälder Mundart gehören inzwischen zum Repertoire.

CokaChorchen Blaulicht

Mehr Infos: https://www.gabriels-biergarten.de/

Schwarzworz: Rockmusik in der wahren Muttersprache

Die Band Schwarzworz wurde 2001 von Hansel Billing gegründet. Er wollte die hessische Sprache retten und Lieder in seiner wahren Muttersprache schreiben. Seit 25 Jahren also zieht Schwarzworz durch die Lande und begeistert die Leute mit Spiel und Wortwitz.
Ihm zur Seite steht Steffen Huther mit Gitarre und Slide. Sie zaubern zu Zweit einen Sound der den ganzen Saal zum grooven bringt.

Schwarzworz: mer mache Mussig un laese Gedischtschen un Geschichtschen vor. Fer eich Ourewäller häwe ma, zum „Gebabbel un X´Song“ Festival, e scheenie Mischung aus denne Zwaa zomme gestellt. Seit iwwer 25 Johr treiwe mer uns schun in Hesse rum, un erfrei die Leit mit hessischer Mundart. Mer mache schee Mussig un schwätz, iwwer wie‘s Lewe so iss. Gedischtschen un Geschichtschen vun K. Schaffnit , E. Kästner, un ned zuletzt Loriot. Bei de Mussig speele mer eischene Sache un mer singe vum Lewe un was meer sou erlebt … Blues gebabbel halt.

Hansel Billing: Ei gude wie !!! Ich hab noch was ganz Neues in de Auswahl: Gedichtschen und Geschischtschen
Ich du vorlese un zwar rischdisch lusdisch Zeusch.
Ich schreib selwer und les Sache von Wilhelm Busch, Friederich Stolze, Karl Schaffnit und Ludwig Thoma, bis zu de neuere Vertreter wie Heinz Erhardt, Erich Kästner,
Christian Morgenstern und vielen anderen, halt vieles was lusdisch iss.
E sinn sou annerthalb Stunn voller Fröhlichkeit un Lache, was ja erwiesenermaßen gesund mecht. Meld euch wenn ich mol vorlese soll.

Hier gibts youtube-Filmchen vom Vorlese: https://www.schwarzworz.de/ oder beim Fressebuch (facebook)

 

 

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