Das Umweltinstitut München e.V. schreibt am 13. August 2026 - mitten im Dürresommer - in seinem Newsletter: "in diesem Sommer erleben wir in Deutschland die Auswirkungen der Klimakrise unmittelbarer als jemals zuvor: Sengende Hitze, verheerende Waldbrände, Wasserknappheit in Großstädten und in der Landwirtschaft und ein trauriger Rekord an Hitzetoten. Doch während Europa brennt, hält die Bundesregierung – an vorderster Front Wirtschaftsministerin Katherina Reiche – an einer fossilen Energiepolitik fest. Statt den Umstieg auf Erneuerbare Energien entschlossen voranzutreiben, erlaubt sie den Einbau klimaschädlicher Öl- und Gasheizungen wieder auf unbestimmte Zeit und erschwert vielerorts den Ausbau von Solar- und Windenergie. Und in der EU setzt sich die Bundesregierung für Verbrenner-Autos ein. All das passiert vor dem Hintergrund fossiler Preisschocks. ... Wie die Versorgung Deutschlands mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien laut der neuen Fraunhofer-Studie genau funktionieren kann, welche Vorteile die Transformation neben dem Klimaschutz noch mit sich bringt und was passieren muss, damit aus den Studienergebnissen Realität wird, habe ich in einer aktuellen Meldung für Sie zusammengefasst."
Dr. Hauke Doerk, Referent für Energie- und Klimapolitik beim Umweltinstitut, hat diese Zusammenfassung hier veröffentlicht: https://umweltinstitut.org/energie-und-klima/meldungen/100-prozent-erneuerbar-geht-das/?utm_soucre=newsletter&tw_cid=55
Hier einige Auszüge:
"Bereits heute liegt der Anteil erneuerbarer Energie im Strommix bei rund 60 Prozent. Doch Wind- und Solaranlagen produzieren nicht zu jeder Zeit gleich viel Strom. Wie kann also eine vollständig erneuerbare Energieversorgung trotzdem funktionieren?
Eine neue Studie des Fraunhofer ISE zeigt auf, wie das klimaneutrale Energiesystem im Jahr 2045 aussehen kann. Die Studie modelliert im Detail eine kosteneffektive Transformation und berücksichtigt reale Wetterdaten einschließlich extremer Wetterjahre. Im Ergebnis ist das Zusammenspiel verschiedener Technologien und Flexibilitätsoptionen entscheidend:
- Energie speichern: Überschüssiger Strom wird in Batterien gespeichert oder zur Herstellung von Wasserstoff genutzt und steht damit später zur Verfügung.
- Strom europaweit austauschen: Überschüsse und Engpässe werden über das europäische Stromnetz regional ausgeglichen. Dadurch müssen insgesamt weniger Erzeugungskapazitäten aufgebaut werden.
- Strom flexibel nutzen: Wärmepumpen oder Power-to-Gas-Anlagen können verstärkt dann betrieben werden, wenn viel erneuerbarer Strom zur Verfügung steht. Wärmespeicher helfen dabei, Erzeugung und Verbrauch zeitlich zu entkoppeln.
- Klimaneutrale Energieträger nutzen: Klimaneutrale Gase und synthetische Energieträger ergänzen das System. Ein Teil davon kann auch importiert werden.
Ein abgestimmtes Zusammenspiel aus flexiblem Verbrauch, Verteilung sowie Speicherung von Überschüssen und Importen klimaneutraler Energieträger sorgt also dafür, dass Backup-Kapazitäten aufgebaut werden. So ist die Energieversorgung auch trotz Schwankungen in der Stromproduktion aus Sonne und Wind zu jeder Zeit gesichert – auch in einer sogenannten „kalten Dunkelflaute“.
Die vollständige Fraunhofer-ISE-Studie kann heruntergeladen werden. Im Einzelnen spricht Doerk folgende Fragen an:
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100 Prozent erneuerbar: Was muss sich ändern?
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Weniger Energieimporte, mehr Krisensicherheit
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Klimaneutralität ist bezahlbar - Es kommt auf den politischen Gestaltungswillen an
Wer möchte, kann sich zusätzlich direkt in einer Mail an Bundeskanzler Merz äußern: das Umweltinstitut hat die Aktion "Frau Reiche, es reicht!" angestoßen. Hier finden Sie alle Argumente und den Button zum Mitmachen. Außerdem weiterführende Informationen: zu Reiches Verstrickungen mit der Fossil-Lobby und ihren Bestrebungen, den Ausbau der Erneuerbaren immer weiter zu erschweren.