Pflanzenporträt: Die Hagebutte – roter Schatz des Herbstes

Wer im Oktober an Waldrändern, Hecken oder im eigenen Garten unterwegs ist, entdeckt sie schon von Weitem: die roten Früchte der Rosen. Während die Blüten längst vergangen sind, bleiben Hagebutten oft bis weit in den Winter am Strauch. Sie sind wertvolle Tiernahrung und lassen sich vielseitig in der Küche verwenden.

Namensherkunft und Volksglaube

Der Name „Hagebutte“ beginnt mit dem alten Wort „Hag“ für Hecke oder Einfriedung – ein typischer Standort vieler Wildrosen. Besonders bekannt ist die Hunds-Rose (Rosa canina). Der Begriff Hagebutte bezeichnet jedoch die Früchte verschiedener Rosenarten.
Grundsätzlich sind die Hagebutten aller Rosenarten essbar, auch die Früchte von Gartenrosen. Größe, Form, Geschmack und Fruchtfleischanteil unterscheiden sich jedoch deutlich. Besonders ergiebig sind die großen, fleischigen Hagebutten der Kartoffel-Rose (Rosa rugosa).

 

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Nicht nur die Hunds-Rose: Auch die großen, fleischigen Hagebutten der Kartoffel-Rose lassen sich verwenden.

So erkennst du sie sicher:

Wuchs: Meist niedrige bis mehrere Meter hohe Sträucher mit aufrechten, überhängenden oder kletternden Trieben.
Stacheln: Die Triebe tragen meist gerade oder gebogene Stacheln, die nur oberflächlich mit dem Trieb verbunden sind.
Blätter: Wechselständig und gefiedert, meist mit fünf bis sieben gezähnten Teilblättchen.
Blüten: Bei Wildrosen meist fünf weiße bis rosafarbene Kronblätter und zahlreiche gelbe Staubblätter.
Früchte: Je nach Art rundlich, eiförmig oder länglich sowie orange bis dunkelrot.
Inneres: Im Fruchtfleisch liegen zahlreiche kleine Nüsschen, umgeben von feinen, widerhakenbesetzten Härchen.

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Offene Rosenblüten bieten Hummeln und anderen Insekten gut zugänglichen Pollen. Im Herbst dienen die Hagebutten vielen Tieren als Nahrung.

Die Hagebutten im Herbst

Hagebutten können geerntet werden, sobald sie vollständig ausgefärbt, aber noch fest sind. Dann lassen sie sich leichter entkernen und gut trocknen. Nach Frost oder längerer Reife werden sie weicher und oft milder, müssen aber rasch verarbeitet werden. Roh essbar ist nur das von Nüsschen und Härchen befreite Fruchtfleisch.

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Reife Hagebutten leuchten im Herbst an Hecken, Waldrändern und Feldwegen.

In der Küche:

Hagebutten enthalten unter anderem Vitamin C, Carotinoide, Fruchtsäuren und Pektine. Der Vitamin-C-Gehalt schwankt je nach Rosenart, Reife, Lagerung und Verarbeitung. Da Vitamin C empfindlich gegenüber Wärme und langer Lagerung ist, empfiehlt sich eine schonende, zeitnahe Verarbeitung.
Aus Hagebutten lassen sich Mus, Marmelade, Fruchtsoßen, Chutneys, Likör oder Tee herstellen. Nüsschen und reizende Härchen müssen sorgfältig entfernt werden. Alternativ werden die Früchte weich gekocht und durch ein sehr feines Sieb oder Passiertuch gestrichen.

In der Hausapotheke:

Hagebuttentee wird traditionell vor allem in der Erkältungszeit getrunken. Wissenschaftlich untersucht wurde standardisiertes Hagebuttenpulver bei Knie- und Hüftarthrose. Eine Auswertung von drei placebokontrollierten Studien ergab Hinweise auf eine kleine bis mäßige Schmerzlinderung.
Untersucht wurden speziell hergestellte Pulver aus der Hunds-Rose, die Fruchtschalen und Samenbestandteile enthielten. Die Ergebnisse lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf Tee, Marmelade oder selbst hergestelltes Pulver übertragen. Hagebuttenprodukte ersetzen keine ärztliche Behandlung.
Sammelhinweise (kurz & wichtig):
Gesammelt wird nur an unbelasteten Standorten, nicht unmittelbar an stark befahrenen Straßen, Hundewegen oder intensiv bewirtschafteten Flächen. Die Rosen dürfen nicht gespritzt worden sein. Ein Teil der Hagebutten sollte als Winternahrung für Wildtiere am Strauch bleiben.

Pilzbestimmungskurse im Herbst

Im Oktober beginnt außerdem die Hauptsaison der Pilze. Als geprüfte Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) habe ich bei folgenden Terminen noch wenige freie Plätze:
Pilzwanderung am Haus Sonnentau in Schannenbach – 03.10.2026
Pilzbestimmung leicht gemacht – 1-tägiger Grundlagenkurs – 10.10.2026
Einstieg in die Welt der Pilze – Pilzwanderung für Anfänger – 13.10.2026

Buchung und weitere Informationen unter: natur-rockt.de Christa Jöckel

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