Alternativen zu WhatsApp

WhatsApp ermöglicht zwar die Verschlüsselung der Nachrichten, aber speichert jede Menge aussagekräftige Metadaten. Dazu gehören Namen, Nutzungsdauer des Dienstes, den 'Zuletzt online‘-Zeitstempel, IP-Adresse, Gerätetyp und E-Mail-Adresse sowie Profilbilder, Gruppeninformationen und die Kontaktliste. WhatsApp gehört zu Meta-Konzern, zu dem u.A. auch Facebook gehört. Welche Daten im Zuckerberg-Konzern weiterverwendet werden, ist nicht bekannt und nicht kontrollierbar.  
Daß US-Behörden (ICE, Grenzbeamte bei der Einreise) darauf Zugriff bekommen, ist stark anzunehmen. Gerade die Kontakte könnten hier zum Problem werden. Da WA (WhatsApp) zu allen möglichen Zwecken verwendet wird, und es zig Gruppen gibt in denen man mehr oder weniger aktiv ist, kann nicht ausgeschlossen werden, daß ein Kontakt dabei ist der in öffentlichen sozialen Medien mal etwas geäußert hat das Trump als böse ansieht. Zum Beispiel wenn jemand gepostet hat, daß es unmenschlich sei Kinder im Gazastreifen verhungern zu lassen.
Einstellungen zum Datenschutz in der App sind eher halbherzig umgesetzt und oft gehen mit restriktiveren Einstellungen einige Funktionen verloren. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

WhatsApp in Firmen
Der normale kostenlose Client und WhatsApp-Dienst ist auf keinen Fall DSGVO-konform verwendbar. Viele Firmen haben die Nutzung für dienstliche Zwecke deshalb verboten. "WhatsApp for Business" soll eine sichere Alternative sein, aber auch dies ist nur eingeschränkt zu empfehlen, da auch hier Daten auf US-Servern landen und das Cloud-Backup den Schutz untergraben kann.

Welche Alternativen gibt es?

1. Signal: Fragt man nach Alternativen wird meist als erstes Signal genannt. Der Datenschutz ist dort tatsächlich wesentlich besser, allerdings landen auch bei Signal Daten auf US-Servern. Das sind jedoch deutlich weniger als bei WhatsApp, es werden nur für den Betrieb notwendige Daten gespeichert. Signal wird von einer gemeinnützigen Stiftung betrieben und finanziert sich über Spenden, ist somit nicht auf die Verwertung von Daten angewiesen. Da nur wenige Daten gespeichert werden, ist ein eventueller Zugriff durch Behörden, Hacker, etc. weniger problematisch.
Signal hatte gedroht sich aus Europa zurückzuziehen wenn die verpflichtende Chat-Kontrolle kommen sollte. Dies ist momentan vom Tisch und Signal bleibt eine brauchbare Alternative zu WhatsApp. Auch funktional ist Signal gut aufgestellt und bietet alles was man von einem modernen Messenger erwartet.

2. Threema: die Lösung aus der Schweiz bietet ein sehr hohes Datenschutzniveau und für Firmen und Organisationen spezielle Angebote. Alle Daten werden End-zu-End verschlüsselt und die App ist anonym nutzbar. Weder Telefonnummer noch eine E-mail Adresse ist notwendig um Threema zu nutzen. Als privater Nutzer zahlt man einmalig 6 €  - das ist wenig für die erhaltene Leistung!
Business-Tarife beginnen bei 3 € pro Nutzer und Monat, bieten jedoch viele für Organisationen wichtige zusätzliche Funktionen, z.B. zentrale Verwaltung der Nutzerkonten, zeitgesteuerte Nachrichten, etc.

3. Delta Chat: Leider noch etwas unbekannter ist Delta Chat. Dieser wurde von der Freiburger Firma Merlinux entwickelt und kommt ganz ohne zentralen Server aus. stattdessen wird die bestehende Infrastruktur der e-mail-Server genutzt. Ohne zentrale Server gibt es natürlich auch keine zentrale Datensammlung. Die Software ist Open-Source und die Kommunikation zwischen den Apps ist durchgängig mit einem sicheren Verfahren verschlüsselt. Noch eine Besonderheit ergibt sich durch die verwendete Technik: Im Prinzip kann man auch jedem, der eine e-mail-Adresse hat, eine Chat-Nachricht schicken ohne daß derjenige ein Delta Chat Profil besitzt. Dann funktioniert die Verschlüsselung allerdings nicht immer. Delta Chat gibt es in den App-Stores für Android und Apple (IOS) und auch für Desktop-PC mit Windows, Linux und MacOS.
Nur Audio- und Videoanrufe, wie sie andere Messenger bieten, sind nicht möglich. Allerdings lassen sich Tools dazu einbinden. (Aber man kann mit einem Smartphone auch ohne Messenger telefonieren, dazu wurden sie mal entwickelt.  🤪   )
Die Entwicklung wurde mit Fördermittel der EU finanziert, die Weiterentwicklung auch durch Stiftungen wie etwa den Open Technology Fund oder die NLnet Foundation.

Den Ansatz finden wir spannend und werden ihn weiterverfolgen und innerhalb der Redaktion mal testen. Wenn der Test erfolgreich verläuft werden wir darüber berichten.
Wechsel von WA zu den Alternativen
Da viele WA nutzen besteht eine gewisse Abhängigkeit, will man eingebunden bleiben. Trotzdem bieten sich Chancen zum Wechsel, evtl. mal mit einem kleinen Kreis interessierter Menschen parallel zu WA. Gerade für Firmen, Vereine und anderen Gruppierungen ist WhatsApp nicht mit der DSGVO zu vereinbaren. Dies bietet ausreichend Begründung und sollte Motivation genug sein die genannten Alternativen zu nutzen.

Thomas Glaser, im Februar 2026

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