Umgang mit Migranten heute

Aktuelles zum Umgang mit Migranten: wie passen Fachkräftemangel und Abschiebungspolitik zusammen?

Während vor fast 90 Jahren Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen aus England, Frankreich, Belgien, Polen und vielen weiteren Ländern in Deutschland schuften mußten, um den Fachkräftemangel auszugleichen, ist die Situation heute umgekehrt - trotz Fachkräftemangel. 

Manches in Elisabeth Meisters Aufsatz "Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen ab 1939 in Reichenbach" liest sich als wäre es kürzlich erst geschehen. 

Populistische Politiker und Medien stellen die "hohe Kriminalitätsrate von Migranten" in den Vordergrund und vergessen dabei, daß in der Pflege, in der Paketzustellung, in der Reinigungsbranche oder der Lageristik und anderen nichts mehr funktionieren würde, wenn wir "Biodeutschen" auf uns gestellt wären. 

Eine bodenlose Unverschämtheit ist die aktuelle Politik unseres Herrn Dobrindt, afghanische Ortskräfte abzuschieben bzw. ihre Einreise abzulehnen. "Nach einer weiteren ausführlichen Prüfung wurde festgestellt, dass - anders als ursprünglich angenommen - keine Grundlage besteht für die Zusage einer Aufnahme in Deutschland." (Tagesschau 9. Dezember 25)

Die Ortskräfte haben vor der Machtübernahme der Taliban für die Bundesregierung gearbeitet und gerieten in lebensbedrohliche Gefahr dadurch. Die Bundesregierung hatte ihnen zugesagt, sie in Deutschland aufzunehmen. Aber das war einst im Mai, bevor wir den kompetentesten Außenminister aller Zeiten bekamen. 

Seit zehn Jahren leben syrische, eritreische und irakische Geflüchtete in Deutschland, die meisten von ihnen haben seit Jahren einen festen Arbeitsplatz und eine Familie - und zahlen Steuern. Auch die deutsche Staatsbürgerschaft - inklusive dem „Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung in Deutschland“ haben sie erlangt. Und sie fallen nicht auf, außer im "Stadtbild". 

Ob sie wohl irgendwann wirklich in unserer Gesellschaft akzeptiert werden? Die Namen der einstmaligen Zwangsbeschäftigten, die sich nach dem Krieg fürs Hierbleiben entschieden hatten, sind auf unseren Friedhöfen zu finden, immerhin. M. Hiller

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