CDU Lautertal: Warum die Kita-Zukunft im Lautertal keine einfache Ja-Nein-Frage ist
Kinderbetreuung braucht Fakten, Verlässlichkeit und Verantwortung
Die Diskussion um die Zukunft der Kinderbetreuung im Lautertal ist wichtig – und sie verdient mehr als Schlagworte, Schuldzuweisungen oder das Verschieben von Verantwortung. Familien brauchen Planungssicherheit, Erzieherinnen verlässliche Arbeitsbedingungen und die Gemeinde tragfähige Entscheidungen. Genau daran sollte sich die Debatte orientieren.
Neubau ist kein Schnellschuss, sondern Ergebnis jahrelanger Vorbereitung
Die Entscheidung, einen Neubau einer Kita zu prüfen und vorzubereiten, ist in Lautertal nicht über Nacht entstanden. Über Jahre hinweg wurden Bedarfe analysiert, Grundstücke erworben und erste Konzepte entwickelt. Dass „bis heute noch nichts passiert“ ist, liegt weniger an mangelndem Willen, sondern daran, dass das ausgewählte Grundstück erst erworben und Baurecht geschaffen werden musste. Wer heute so tut, als sei die Groß-Kita eine spontane oder bequeme Lösung, blendet diese lange Vorgeschichte bewusst aus.
Sanieren um jeden Preis? Alt bleibt alt
Die Grünen stellen Sanierungen pauschal als günstigere Alternative dar, ohne belastbare Zahlen für die konkrete Situation im Lautertal vorzulegen. Erfahrungsgemäß gilt jedoch:
Alt bleibt alt – und Sanierungen entwickeln sich nicht selten zu einem Fass ohne Boden. Veraltete Bausubstanz, eingeschränkte Raumkonzepte und energetische Defizite lassen sich nur begrenzt „wegmodernisieren“. Gerade moderne Anforderungen an frühkindliche Bildung, Inklusion, Ganztagsbetreuung und Personalräume lassen sich in alten Gebäuden oft nur mit erheblichen Kompromissen umsetzen. Diese Realität darf man nicht ausblenden.
Kinderzahlen: Ohne belastbare Prognosen keine seriöse Entscheidung
Ein zentraler Punkt fehlt bislang in der öffentlichen Debatte: eine verlässliche Bedarfsplanung auf Basis konkreter Zahlen.
In vielen Kommunen sinken die Kinderzahlen bereits spürbar – mit Auswirkungen auf zukünftige Betreuungskapazitäten. Ob und in welchem Umfang dies auch für Lautertal gilt, lässt sich nur durch fundierte Prognosen beantworten. Die bisher vorliegenden Aussagen bleiben jedoch vage. Ohne diese Grundlage ist weder ein Neubau noch eine Sanierung seriös zu bewerten.
Bürgerentscheid: Beteiligung oder Verantwortung abgeben?
Der Vorschlag, einen Bürgerentscheid anzustreben, klingt zunächst nach Beteiligung. Tatsächlich wirft er jedoch mehr Fragen auf, als er beantwortet. Wie soll eine Ja-/Nein-Frage zu einem derart komplexen Thema formuliert werden? Kommunalpolitik bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, Optionen auszuarbeiten und Entscheidungen transparent zu begründen – nicht, sie an die Bürgerschaft zurückzudelegieren, weil sie unbequem sind.
Haushalt: Ehrlichkeit statt Alarmismus
Die Aufnahme von 8 Millionen Euro für eine mögliche Groß-Kita in den Haushalt 2025 ist kein Freifahrtschein für den Bau, sondern zunächst eine planerische Absicherung. Sie als „Selbstprophezeiung des Abgrundes“ zu bezeichnen, greift zu kurz und schürt unnötig Ängste. Richtig ist: Die finanzielle Lage der Gemeinde ist angespannt. Umso wichtiger sind genaue Analysen, realistische Varianten und ehrliche Prioritätensetzungen – nicht pauschale Ablehnung oder Wahlkampf-Rhetorik.
Fazit: Erst Fakten, dann Entscheidungen
Was Lautertal jetzt braucht, ist kein ideologischer Schlagabtausch, sondern:
- eine belastbare Bedarfs- und Kinderzahlenprognose,
- eine objektive Bestandsaufnahme aller Kitas,
- faktenbasierte Vergleichsrechnungen von Sanierung und Neubau,
- und darauf aufbauend eine offene, sachliche politische Entscheidung.
Familien brauchen Verlässlichkeit. Erzieherinnen brauchen Perspektiven. Und die Gemeinde braucht Lösungen, die auch in zehn oder zwanzig Jahren noch tragen. Dafür steht eine verantwortungsvolle, zukunftsorientierte Kommunalpolitik.
Dr. Ralph Schütte, CDU Lautertal - 4. Februar 2026