Hier schreibt Vivian Glover, Betreiberin der SoLaWi "Gemüsegarten Hoxhohl" über tierische Produkte in der Ernährung:
Vorab möchte ich deutlich machen, dass ich gut nachvollziehen kann, wenn jemand aus persönlichen Gründen kein Fleisch oder gar keine tierischen Produkte essen möchte. Ob der Verzehr von tierischen Produkten klimaschädlich und nicht nachhaltig ist, hängt aber ausschließlich davon ab, wie diese Tiere gehalten und auch ernährt wurden.
Oft werden die Kühe mit ihrem Methanausstoß als "Klimakiller" dargestellt. Wie klimarelevant sie aber tatsächlich sind, hängt ganz stark davon ab, wie sie gefüttert und gehalten werden: intensiv mit Kraftfutter oder extensiv auf Grünland. Viel relevanter was Treibhausgase betrifft, ist nämlich der Anbau des Kraftfutters, in der Regel in Monokulturen und gedüngt mit chemisch-synthetischen Stickstoffverbindungen. Das führt zu massivem Humusabbau, einer Verarmung des Bodenlebens und dadurch zu starken Bodenverdichtungen durch fehlender Bodenstruktur. Verdichtete Böden verlieren nicht nur einen Großteil ihres Wasserhaltvermögens (was dann zu einem ganzen Rattenschwanz anderer Probleme führt), sondern gasen außerdem große Mengen Lachgas (N2O) aus. Die Klimarelevanz von Lachgas ist 300-mal so hoch wie die von CO2 und 12-mal so hoch wie die von Methan... Wenn aber nun die Kuh auf der Weide gehalten wird, kann sie im Gegenteil einen großen Beitrag dazu leisten Humus zu bilden, Futter für das Bodenleben zu produzieren, Bodenverdichtungen aufzubrechen, das Wasserhaltevermögen zu vergrößeren und Kohlenstoff langfristig im Boden zu speichern.
